
Nasse Füße können zahlreiche Folgeprobleme verursachen – von
Blasenbildung bis hin zu einer Erkältung. Sie sind deshalb zu jeder Jahreszeit ein absolutes „No-Go“.
Vor allem im Herbst und Winter, aber auch bei Ausflügen in die Natur oder Regenwetter setzen Sie deshalb vermutlich auf geschlossene
Schuhe aus robusten Materialien.
Das bedeutet jedoch nicht, dass diese wasserdicht sind. Meistens bringen sie nur eine vorläufige Imprägnierung mit, die Sie vor dem ersten Tragen sowie in regelmäßigen Abständen erneuern müssen. Wie das richtig geht, erfahren Sie hier.
Warum Sie Schuhe imprägnieren müssen
Viele Menschen gehen beim Kauf neuer Schuhe wie
Stiefeletten oder
Wanderschuhe davon aus, dass diese automatisch wasserdicht sind. Jedoch ist es wichtig, beim Kauf auf die Herstellerangaben zu achten. In den meisten Fällen sind die Schuhe, wenn überhaupt,
nur vorimprägniert und damit zwar wasserabweisend – einem Regenschauer oder einer tiefen Pfütze können sie jedoch nicht standhalten.
Dies kann dazu führen,
dass die Nässe das Material durchdringt und nicht nur zu den bereits genannten Folgeproblemen führen kann, sondern auch die Schuhe nachhaltig schädigt. Einige Materialien beginnen bei zu viel Feuchtigkeit nämlich zu schimmeln oder bei Schuhen mit Membran wird die Atmungsaktivität eingeschränkt.
Eine Imprägnierung erhöht also die Wasserdichtigkeit der Schuhe, sodass Sie in allen Lebenslagen
trockene Füße haben und die
Langlebigkeit der Schuhe erhöhen. Sie
legt sich wie ein schützender Film über das Material. Dadurch hält sie Feuchtigkeit fern und Verschmutzungen lassen sich leichter beseitigen. Es lohnt sich also, beim Schuhkauf direkt zu prüfen, ob Sie ein passendes Mittel zum Imprägnieren zuhause haben und dieses bei Bedarf zu kaufen.
Auf die Schuhart und den Einsatzzweck kommt es an

Natürlich gibt es
Schuhe, bei denen eine Imprägnierung nicht sinnvoll ist. Das gilt vor allem für
offene Schuhe, die ohnehin keinen vollständigen Nässeschutz bieten können, beispielsweise
Sandalen oder
Ballerinas. Genauso bedürfen
Schuhe, die Sie eher in Innenräumen tragen, vielleicht
High Heels für besondere Anlässe, keiner Imprägnierung.
Anders sieht das bei geschlossenen Schuhen aus, die Sie im Alltag oder bei Ausflügen in die Natur anziehen. Das gilt zum Beispiel für
Stiefel und Stiefeletten jeder Art.
Bei
Sneakers aus Textilstoff können Sie hingegen selbst mit Imprägnierung keine vollständige Wasserdichtigkeit erwarten.
Auch das Material spielt somit eine Rolle, wenn Sie sich fragen, welche Schuhe Sie imprägnieren sollten – und welche eher nicht.
Welche Materialien profitieren von der Imprägnierung?
Es sind
vor allem Schuhe aus Leder in all seinen Variationen, die von einer regelmäßigen Imprägnierung profitieren. Das gilt ebenso, wenn sie mit einer Membran wie Gore-Tex ausgestattet sind. Aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften wird das Naturmaterial gerne für Schuhe verwendet, die besonders robust und damit auch wasserabweisend sein müssen, beispielsweise bei
Outdoor- oder Winterschuhen.
Allerdings hat Leder eine wasseranziehende Wirkung, sprich durch die Struktur der Fasern und Poren kann Wasser besonders gut in das Material eindringen, wenn es nicht mittels Imprägnierung geschützt wird.
Das gilt insbesondere für Rauleder, in geringerem Ausmaß auch für Glattleder. Für Sie bedeutet das, dass Sie all Ihre
geschlossenen Lederschuhe regelmäßig imprägnieren sollten.
Schuhe aus synthetischen Materialien können Sie ebenfalls mit speziellen Produkten behandeln und davon profitieren. Sie werden wasserdicht(er) und langlebiger. Zudem bleiben Farben länger erhalten und eine Schimmelbildung wird verhindert.
Schlussendlich sollten Sie sich also fragen,
welche Schuhe eventuell mit Wasser oder Schnee in Berührung kommen und ob sich diese imprägnieren lassen. Im Zweifelsfall können Sie beim Verkäufer nachfragen oder im Internet recherchieren. So bleiben Ihre Füße angenehm trocken und Ihre Schuhe wie neu.
Die richtigen Zeitpunkte für eine Imprägnierung
Um Ihre Schuhe bestmöglich zu pflegen und maximale Wasserdichtigkeit zu erreichen, sollten Sie diese
bereits vor dem ersten Tragen imprägnieren. Viele Menschen gehen jedoch davon aus, dass die einmalige Imprägnierung ausreicht oder sie erneuern diese nur jährlich, beispielsweise zu Beginn der kalten und nassen Saison. Für eine bestmögliche Schutzwirkung müssen die Schuhe aber deutlich häufiger imprägniert werden.
Als Faustregel gilt dabei: Wenn Sie die Schuhe regelmäßig tragen, sollten Sie den Prozess etwa alle vier bis acht Wochen wiederholen, sprich im Takt von ein bis zwei Monaten.
Falls Sie die Schuhe seltener anziehen, beispielsweise
Wanderschuhe, empfiehlt sich die Imprägnierung vor dem nächsten Tragen. Sie ist zudem wichtig,
wann immer Feuchtigkeit in die Schuhe eindringt oder sich das Material geradezu vollsaugt. In solchen Fällen ist es wichtig, das Paar ausgiebig zu trocknen und daraufhin zu imprägnieren, damit es (wieder) wasserdicht wird. Achten Sie also auf entsprechende Warnsignale wie
nasse Socken nach dem Tragen. Besser ist es jedoch den Schuhen und Ihren Füßen zuliebe,
die Imprägnierung regelmäßig zu wiederholen, um solche Probleme vorsorglich zu verhindern.
Arten der Imprägnierung im Überblick
Abhängig vom
Material und einer eventuellen Membran der Schuhe, stehen Ihnen
unterschiedliche Möglichkeiten für eine Imprägnierung zur Verfügung. Es ist deshalb wichtig, dass Sie
ein passendes Mittel für das jeweilige Material auswählen:
- Spray: Da sie besonders einfach in der Anwendung sind, erfreuen sich Imprägniersprays großer Beliebtheit. Sie sind besonders gut für Rauleder geeignet, da sie sich gleichmäßig verteilen und keine Flecken hinterlassen. Sprays werden außerdem für Schuhe mit Membran empfohlen, weil sie die Poren nicht verstopfen und somit die Atmungsaktivität bewahren. Zudem gibt es mittlerweile Imprägniersprays für synthetische Materialien, sodass es sich um einen praktischen Allrounder handelt, der in keinem Haushalt fehlen darf.
- Wachs: Das Imprägnieren mit Schuhwachs ist aufwändiger, bringt bei Glattleder aber bessere Ergebnisse. Es kombiniert die Imprägnierung mit der Lederpflege und lässt den Schuh somit in neuem Glanz erstrahlen. Sie sollten jedoch beachten, dass der Farbton der Schuhe dadurch eine Nuance dunkler werden kann. Das Schuhwachs besteht meistens aus Bienenwachs oder aus pflanzlichen Bestandteilen. Damit gilt es zugleich als umweltfreundlich.
- Creme: Als Alternative zum Wachs können Sie eine spezielle Schuhcreme nutzen, die ebenfalls für eine Imprägnierung sorgt. Für sie gelten dieselben Einsatzzwecke und Regeln wie für das Schuhwachs. Diesbezüglich können Sie also selbst entscheiden, welche Variante Sie bevorzugen.
Weniger gut geeignet für eine Imprägnierung sind hingegen Hausmittel. Einige Menschen nutzen beispielsweise Kerzenwachs oder Haarspray. Diese bringen jedoch nicht denselben Effekt wie ein spezielles Produkt zum Imprägnieren.
Schlimmstenfalls schädigen sie die Schuhe sogar und verringern dadurch ihre Lebensdauer.
Hier sollten Sie also
nicht an der falschen Stelle sparen, sondern auf professionelle und für die jeweiligen Schuhe geeignete Mittel zum Imprägnieren zurückgreifen. Falls sogar konkrete
Herstellerangaben bestehen, beachten Sie diese unbedingt. Die Hersteller wissen schließlich im Detail, welche Materialien verarbeitet wurden und mit welchen Produkten zum Imprägnieren sich diese vertragen.
Extra-Tipp: Lederschuhe zu fetten, ersetzt keine Imprägnierung. Wenn Sie den Schuh durch entsprechendes Fett pflegen möchten, tragen Sie dieses daher nach dem Imprägnieren auf.
Schritt für Schritt: Schuhe richtig imprägnieren
Sie wissen nun, mit welchem Mittel Sie die neuen oder bereits getragenen Schuhe imprägnieren müssen und wann. Bleibt die Frage offen,
wie Sie dabei richtig vorgehen, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Glücklicherweise ist das Imprägnieren spielend leicht:
1. Vorbereitung der Schuhe
Vor jeder Imprägnierung ist es wichtig, dass die
Schuhe vollständig gesäubert werden. Ansonsten verhindert der Schmutz eventuell, dass das Mittel richtig einziehen kann – oder er lässt sich anschließend umso schwieriger entfernen. Häufig reicht eine Bürste zum Säubern aus. Ist dies nicht der Fall, können Sie die Schuhe etwas anfeuchten. Dann müssen Sie diese aber
erst vollständig trocknen lassen, bevor Sie das Material imprägnieren können.
Die einzige Ausnahme sind spezielle Mittel, bei denen das Anfeuchten der Schuhe vor dem Auftragen notwendig ist.
Lesen Sie daher die Anleitung von Spray, Wachs oder Creme vor der Anwendung im Detail durch und halten Sie sich an die Anweisungen. Dann kann beim Imprägnieren eigentlich nichts schiefgehen!
Ein weiterer wichtiger Schritt vor der eigentlichen Behandlung der Schuhe mit dem gewählten Mittel besteht darin,
die Schnürsenkel zu entfernen. Nur so erlangen Sie eine vollständige, sprich lückenlose Wasserdichtigkeit der Schuhe.
2. Imprägnierung mit Spray

Wie bereits erwähnt, ist die
Anwendung von Imprägnierspray besonders einfach. Die Schuhe werden
gemäß Anleitung eingesprüht, in der Regel
mit einem Abstand von 20 bis 50 Zentimetern.
Anschließend können Sie die Imprägnierung
bei Bedarf noch mit einem Tuch verteilen, damit sie besser einzieht und keine Flecken hinterlässt. Sollte es dennoch zur Fleckenbildung kommen, können Sie diese mit einem feuchten Tuch entfernen.
Bevor Sie die Schuhe anziehen, müssen Sie sie aber noch
24 Stunden trocknen lassen. Wenn gewünscht, können Sie Raulederschuhe anschließend mit einer speziellen Bürste wieder aufrauen, um das ursprüngliche Aussehen wiederherzustellen.
3. Imprägnierung mit Wachs oder Creme
Die Imprägnierung mit Wachs oder Creme ist etwas aufwändiger – mit modernen Produkten aber ebenfalls relativ schnell und einfach.
Oft enthält die Tube bereits einen Schwamm, der zum Auftragen geeignet ist. Ansonsten wählen Sie einen eigenen Schwamm oder ein Tuch und
tragen die Creme beziehungsweise das Wachs damit gleichmäßig auf der Oberfläche auf.
Beachten Sie auch hierbei die Anleitung und wärmen Sie das Wachs gegebenenfalls vor dem Auftragen an.
Bei der Imprägnierung mit Wachs oder Creme müssen Sie ebenfalls anschließend 24 Stunden warten, bis Sie die Schuhe wieder anziehen können.
Weitere Tipps für optimale Ergebnisse

Wenn Sie den Herstellerangaben folgen und die genannten Tipps berücksichtigen, wird das Imprägnieren also zum Kinderspiel und Sie können sich über trockene Füße sowie langlebige Schuhe freuen. Doch es gibt
noch weitere Tipps, die für eine bestmögliche Imprägnierung sorgen:
1. Achten Sie unabhängig vom gewählten Mittel darauf, dass Sie
auch die Details wie die Nähte, die Löcher der Schnürsenkel, die Zunge oder die Kanten
sorgfältig imprägnieren, um der Feuchtigkeit keine Möglichkeit zum Eindringen zu bieten.
2. Tragen Sie
pro Imprägniervorgang nur eine dünne Schicht auf. Eine dickere Schicht schützt nicht besser vor Feuchtigkeit. Stattdessen wird empfohlen,
das Vorgehen zwei- bis dreimal zu wiederholen, um mehrere dünne Schichten zu erhalten. Vor allem bei neuen Schuhen lohnt sich dieser Aufwand.
Bei getragenen Schuhen können Sie den Schutz dann in regelmäßigen Abständen durch eine weitere Schicht erneuern.
3. Imprägnieren Sie vor allem mit Sprays
nur im Freien oder in gut durchlüfteten Räumen. Ansonsten atmen Sie die Aerosole ein und damit eventuell gesundheitsschädliche Stoffe.
Dies leitet über zur letzten Frage, die häufig gestellt wird:
Ist das Imprägnieren gesundheits- oder umweltschädlich?
So schädlich ist das Imprägnieren wirklich
Wenn Sie die Imprägnierung – vor allem bei Sprays – im Freien auftragen und nicht zu intensiv einatmen,
müssen Sie in der Regel keine Gesundheitsbedenken haben. Achten Sie dennoch darauf, Ihre
Hände anschließend gründlich zu waschen und dass keine Kleinkinder in der Nähe sind, wenn Sie das Mittel auftragen.
Zudem empfiehlt es sich, auf
qualitativ hochwertige Produkte ohne gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe zu setzen. Diese kosten, wenn überhaupt, nur geringfügig mehr als qualitativ minderwertige Mittel.
Auf die Inhaltsstoffe sollten Sie auch der Umwelt zuliebe achten.
Als besonders umweltverträglich gelten Imprägnierungen auf Basis von Bienenwachs. Falls Sie ein Imprägnierspray nutzen, wird in jedem Fall ein Produkt
ohne sogenannte PFCs empfohlen. Sie stehen nämlich im Verdacht, krebserregend zu sein und schädigen zugleich die Umwelt. Mittlerweile gibt es aber viele Mittel ohne PFCs, die Sie ohne Bedenken anwenden können.
Auf Nummer sicher gehen Sie zudem mit
Pumpsprays, die keine Treibgase freisetzen, sodass Sie diese bei der Anwendung nicht einatmen. Wenn Sie also richtig an die Sache herangehen, bringt die regelmäßige Imprägnierung Ihrer Schuhe ausschließlich Vorteile.