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Schuhe sind mehr als Gebrauchsgegenstände. Sie sind Ausdruck von Stil, Komfortanspruch und zunehmend auch von Haltung – etwa beim Thema Nachhaltigkeit.
Gleichzeitig steht der Schuhhandel unter dem Druck wirtschaftlicher Unsicherheit, veränderter Konsumgewohnheiten und wachsender Online-Konkurrenz. Wie wirkt sich das auf das Kaufverhalten der Deutschen aus? Wir haben zahlreiche Studien und aktuelle Marktdaten überprüft, um herauszufinden, was Konsumenten heute bewegt.
Der Trendkompass Schuhe nimmt den Markt genau unter die Lupe: Welche Schuharten liegen im Trend? Welche Rolle spielen verschiedene Preissegmente – und wofür sind die Deutschen bereit, mehr zu zahlen? Auch die Kaufmotive haben sich verändert: Rabatte und Aktionstage sind für viele ein fester Bestandteil der Kaufentscheidung, insbesondere bei jüngeren Zielgruppen.
Dieser Report bietet einen kompakten, datenbasierten Überblick über Trends, Zahlen und Treiber im deutschen Schuhmarkt – und lädt dazu ein, bekannte Muster zu hinterfragen und neue Zielgruppen besser zu verstehen.
Der deutsche Schuhmarkt stagniert aufgrund der weltweiten Krisenstimmung – Experten rechnen jedoch mit einem Nachholeffekt für 2025.
Männer mit mehr als 10 Paar Schuhen
Frauen mit mehr als 10 Paar Schuhen
Das Niedrigpreissegment bildet das Fundament im deutschen Schuhhandel – 50,1 % kaufen am liebsten im Segment bis zu 60 €.
Zu welchem Preissegment die Deutschen greifen, entscheidet sich nach Schuhkategorie. Bei Winterstiefeln und Sportschuhen geben über 60 % gerne mehr als 60 € aus – bei offenen Schuhen greifen knapp 70 % lieber zum günstigeren Modell.
| Schuhkategorie | unter 60 € | über 60 € |
|---|---|---|
| Winterstiefel | 37,2 % | 62,8 % |
| Sportschuhe | 40,3 % | 59,7 % |
| Freizeit-Sneaker | 45,5 % | 54,5 % |
| Anlassschuhe | 54,5 % | 45,5 % |
| Halbschuhe | 59,7 % | 40,3 % |
| Offene Schuhe | 69,3 % | 30,7 % |
| Hausschuhe | 85,0 % | 15,0 % |
| Einkommensgruppe | bis 40 € / Paar | über 150 € / Paar |
|---|---|---|
| Unterdurchschnittlich | 50,4 % | 2,6 % |
| Durchschnittlich | 35,1 % | 4,8 % |
| Überdurchschnittlich | 25,5 % | 10,6 % |
Je höher das Haushaltsnettoeinkommen, desto seltener greifen die Deutschen zu günstigen Schuhen: Über die Hälfte der Geringverdiener gibt maximal 40 € pro Paar aus, während jeder zehnte Besserverdiener über 150 € zahlt.
Unter den 18- bis 29-Jährigen warten 67 % mit dem Shopping auf Aktionstage.
der 16- bis 39-Jährigen haben schon einmal ein Produkt über eine Instagram-Anzeige gekauft.
Der deutsche Schuhmarkt stagniert. Viele Menschen kaufen weniger ein, weil die wirtschaftliche Lage schwierig ist. Dabei entwickeln sich einzelne Bereiche unterschiedlich: klassische Schuhgeschäfte und neue Verkaufswege kämpfen um die Gunst der Kunden.
Der Gesamtumsatz des deutschen Schuhhandels belief sich 2024 auf 11,62 Milliarden Euro – rund 90 Millionen Euro weniger als im Vorjahr und ein leichter Rückgang von 0,8 %. Da die Verbraucherpreise um 2,2 % gestiegen sind, fällt der inflationsbereinigte Rückgang noch höher aus.
Vor allem der stationäre Schuhfachhandel musste Verluste hinnehmen – der Umsatz sank um 100 Millionen Euro bzw. 1,5 %. Der Online-Handel verzeichnete dagegen mit 20 Millionen Euro einen leichten Zugewinn von 0,7 %.
Nach dem starken Einbruch während der Corona-Zeit erholte sich der Markt 2022 deutlich (+10 %), 2023 ging es mit +3,8 % weiter bergauf. Dieser Nachholeffekt pausiert 2024.
Für 2025 wagt der Handel nur vorsichtige Prognosen: Knapp 45 % der Händler rechnen mit weiteren Rückgängen, nur 25 % mit einem Umsatzplus. Als Gründe gelten gestiegene Lebenshaltungskosten und geopolitische Krisen.
Quellen: 1 BTE (Abruf 15.05.2025); 2 Statistisches Bundesamt (Abruf 15.05.2025); 3 IFH Köln, Branchenbericht Schuhe 2024 (Abruf 15.05.2025).
Anders als in Deutschland verzeichnete der weltweite Schuhmarkt 2024 ein solides Wachstum. Der Umsatz stieg auf 412,9 Mrd. US-Dollar – ein Plus von rund 3,6 % gegenüber dem Vorjahr.
Führend im globalen Schuhmarkt. Allein China macht über 50 % der weltweiten Schuhproduktion aus; die Nachfrage stieg im Inland wie international.
Starke Nachfrage nach trendbewussten und funktionalen Schuhen, insbesondere im Bereich Sportschuhe.
Wuchs mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von 3,6 % und profitierte von der zunehmenden Bedeutung des Online-Handels.
Quellen: 1 Oberlo.com; 2 Fortune Business Insights; 3 Grand View Research (Abruf jeweils 15.05.2025).
Angesichts veränderter Konsumgewohnheiten zeigen sich deutliche Trends: Während sportlich-legere Schuhe weiter an Beliebtheit gewinnen, stehen klassische Kategorien wie Business-Schuhe unter Druck.
76,3 % der Deutschen tragen gerne Sneaker – Spitzenreiter in deutschen Schuhschränken. 2023 überschritten die Sneaker-Umsätze in Deutschland erstmals die Marke von 3 Milliarden Euro. Anhaltende Komfortorientierung lässt auch für 2025 steigende Verkaufszahlen erwarten.
Das Segment wächst seit Jahren überdurchschnittlich. Bereits 2017 entfielen EU-weit 23,4 % der Schuh-Umsätze auf Sportschuhe. Heute geben 24,6 % an, regelmäßig Sportschuhe zu tragen – Adidas, Nike und Puma führen die Top-10 der bekanntesten Schuhmarken an.
Klassische Lederschuhe müssen sich zunehmend gegen sportlich-funktionale Modelle behaupten. Zwischen 2013 und 2017 verloren sie in Deutschland 5,5 Prozentpunkte Marktanteil. Immerhin geben noch 30,8 % an, Schnürschuhe zu tragen, und 28,7 % besitzen Boots und Stiefel – aber nur noch 8,3 % bekennen sich zum klassischen Businessschuh.
Der Markt gilt als stabil, weil er bedarfsgetrieben ist: Kinderfüße wachsen schnell, Eltern kaufen regelmäßig nach. Global sind die Umsätze zuletzt gestiegen, weiteres Wachstum wird prognostiziert – getrieben von wachsendem Bewusstsein für Fußgesundheit und dem Trend zu nachhaltigen Produkten.
Quellen: 1 Consumer Report 2024, Marktmedia24; 2 BVSE; 3 IFH Köln; 4 Statista; 5 VMR (Abruf jeweils 15.05.2025).
Branchenanalysten beobachten seit Jahren eine Polarisierung der Preise im Einzelhandel: Niedrigpreisige Angebote und Luxusmarken wachsen überdurchschnittlich, während das mittlere Preissegment stagniert.
unter 60 €
Das Fundament des Marktes: rund 50 % sind nur bis 60 € bereit; bei Hausschuhen über 70 % nur bis 40 €. Stark vertreten: Discounter und Fachmarkt-Filialisten.
60–100 €
Über 80 % bevorzugen niedrige bis mittlere Preise. Eine Online-Plattform ermittelte einen durchschnittlichen Verkaufswert von 82 €.
über 100 €
Wächst parallel zum Niedrigpreissegment überdurchschnittlich – getrieben von Marken- und Luxusnachfrage.
Pro Schuhpaar geben die Deutschen je nach Kategorie sehr unterschiedlich viel aus. Gelb markiert ist jeweils das gefragteste Preissegment.
| Schuhart | bis 40 € | bis 60 € | bis 80 € | bis 100 € | über 100 € |
|---|---|---|---|---|---|
| Winterstiefel | 15,4 % | 14,2 % | 18,1 % | 21,4 % | 30,9 % |
| Sportschuhe | 19,0 % | 18,2 % | 17,3 % | 20,4 % | 25,1 % |
| Anlassschuhe | 22,6 % | 17,7 % | 17,8 % | 21,0 % | 20,9 % |
| Freizeit-Sneaker | 22,3 % | 21,2 % | 17,9 % | 19,0 % | 19,6 % |
| Halbschuhe | 25,0 % | 20,6 % | 20,0 % | 18,3 % | 16,1 % |
| Offene Schuhe | 46,7 % | 22,6 % | 13,8 % | 10,2 % | 6,7 % |
| Hausschuhe | 74,1 % | 10,9 % | 7,0 % | 4,6 % | 3,4 % |
Quelle: Consumer Report 2024, Marktmedia24.
Schuhe sind für die meisten Deutschen mehr als eine Notwendigkeit – sie gehören zum Lifestyle und unterstreichen die Persönlichkeit.
54,6 % kaufen mehrmals im Jahr neue Schuhe. Die Pro-Kopf-Ausgaben liegen jährlich bei etwa 350 Euro. Dabei gibt es sowohl regional als auch demografisch deutliche Unterschiede im Ausgabenverhalten.
> 80 % bevorzugen Schuhpreise unter 100 Euro.
Ø 17 Paar · ca. 6 Paar/Jahr
Ø 8 Paar · ca. 2 Paar/Jahr
Ausgabebereitschaft pro Schuhpaar nach Einkommensgruppe:
In städtischen Regionen profitieren viele – besonders einkommensstarke – Haushalte von vielfältigem Angebot und kurzen Wegen. Auf dem Land ist die Auswahl begrenzter, Wege sind weiter und Einkommen im Schnitt niedriger. Großstadtbewohner geben deshalb sowohl nominal als auch anteilig mehr für nicht lebensnotwendige Güter wie Schuhe aus.
Westdeutsche Haushalte geben im Schnitt 105 €/Monat für Bekleidung und Schuhe aus, ostdeutsche (inkl. Berlin) 98 €. Anteilig am Konsumbudget liegt der Osten sogar leicht vorn (3,9 % vs. 3,6 % im Westen).
Quellen: 4 Statista; 5 VMR (Abruf jeweils 15.05.2025).
Der Schuhkauf ist selten rein rational. Neben funktionalen Bedürfnissen sind Emotionen, Angebote und individuelle Werte entscheidend – wann, wo und zu welchem Preis gekauft wird.
Auch Bonusprogramme sind beliebt: Etwa jeder Vierte nimmt an Kundenbindungsprogrammen mit Rabattpunkten teil.
Schätzungen zufolge sind nahezu 50 % aller Schuhkäufe spontane Impulskäufe. Im Herbst 2023 gaben allerdings 67 % an, Spontankäufe bewusst zu reduzieren – 2024 ging dieser Fokus wieder etwas zurück, Spontankäufe nahmen wieder zu.
Quellen: 1 GfK-Studie; 2 INKOTA; 3 IFH Köln; 5 Statista; 6 Consumer Report 2024 (Abruf jeweils 16.05.2025).
2023 lag der Online-Anteil der Schuhkäufe in Deutschland bei rund 35 %. Besonders neue Online-Marktplätze – oft aus Asien – sprechen jüngere Käufer mit riesiger Auswahl und aggressiven Preisen an und nutzen soziale Netzwerke intensiv fürs Marketing.
57 % der 16- bis 39-Jährigen haben schon einmal ein Produkt über eine Instagram-Anzeige gekauft – ein Beleg für die wachsende Bedeutung personalisierter, digitaler Kaufanreize.
Über zwei Drittel der deutschen Verbraucher legen Wert auf nachhaltige Schuhe; jeder Vierte achtet besonders auf regionale Produktion – etwa „Made in Europe“.
Allerdings prallen Anspruch und Preisbewusstsein oft aufeinander: Nur 43 % wären bereit, für ein nachhaltiges Produkt einen Aufpreis zu zahlen. Viele setzen eher auf langlebige Qualität, Reparaturfähigkeit und Second-Hand.
Laut aktuellen Prognosen wächst der weltweite Schuhmarkt weiter. Bis 2032 wird ein Umsatz von bis zu 789,5 Milliarden US-Dollar erwartet – bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 6,9 %. Vor allem Schwellenländer sollen dazu beitragen.
Auch für Deutschland rechnen Experten – entgegen den Bedenken regionaler Händler – mit langsamem Wachstum bis 2028, vor allem durch einen weiteren Nachholeffekt im stationären Handel. Der Onlinehandel dürfte zusätzlich Marktanteile gewinnen.
Die Studienergebnisse zeigen: In wirtschaftlich angespannten Zeiten kaufen die Menschen bewusster ein. Doch der Schuhkauf bleibt ein kleines Erlebnis – besonders, wenn Auswahl, Preis-Leistung und Beratung stimmen.
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Quellen: 1 Fortune Business Insights; 2 onlinemarktplatz.de.